Literatur
Hautleitwert / Hautwiderstand und Biofeedback
Die Messung des Hautleitwertes (Reziproke vom Hautwiderstand) und dessen Einsatz in Form von Biofeedback ist seit den 70ziger Jahren etabliert (Venables u. Christie 1973, Fowles et al. 1981). Die Erforschung der elektrischen Eigenschaften der Haut und deren Veränderungen begann bereits vor mehr als hundert Jahren (Vigouroux 1879, 1888).
Effektivität und Patientenakzeptanz von Biofeedback-Methoden sind durch eine Fülle klinischer Studien dokumentiert, einschlägige Forschungsarbeiten sind z.B. Flor u. Hermanns 1992, Kröner-Herwig u. Sachse 1988, Vaitl 1993.
Die klinischen Anwendungen und der therapeutischen Nutzen sind beschrieben bei psychosomatischen Beschwerden, chron. Schmerzzuständen, ADS, Angst- und Panikerkrankungen, Tinnitus, Migräne sowie allen Erkrankungen, die mit einem erhöhten Stressarousal einhergehen. Eine Vielzahl von Fachbüchern über Biofeedback sind im Handel.
Zur Messung des Hautleitwertes wird von den Geräten ein Gleichstrom im µA-Bereich, der damit weit unter der Wahrnehmbarkeitsschwelle liegt, durch die Elektroden und den Hautwiderstand der Testperson zum Fließen gebracht. Der dabei entstehende Spannungsabfall wird gemessen. Aus den Werten von Strom und Spannung wird mittels des eingebauten Mikrocontrollers der Hautleitwert berechnet.
Die Hautleitfähigkeit unterliegt
- sowohl einem sich langsam ändernden tonischen Level unabhängig von isolierten Reizen
- als auch den kürzeren phasischen Veränderungen infolge eines äußeren oder inneren Einzelreizes
- und den sogenannten Spontanfluktuationen, die im Rahmen von phasischen Veränderungen ohne sichtbaren äußeren Anlaß auftreten. Je mehr Spontanfluktuationen innerhalb einer Zeiteinheit auftreten, desto höher ist das Erregungsniveau.
Der eigentliche Mechanismus zwischen Hautleitwertmessung und Schweißdrüsenaktivität ist bislang immer noch nicht eindeutig geklärt:
Durch das Display des Gerätes wird dem Anwender sein Stressarousalverlauf rückgemeldet, wahlweise
- als fortlaufende Kurvengrafik
- als Zahlenwert
- mit einem Biofeedbackscreen, der die Regression der Werte in Form eines Smiley darstellt:
über Smiley
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Durch diese Biofeedbackfunktion kann der Anwender - durch bedingte Konditionierung und positive Verstärkung - einfacher lernen, sich zu entspannen:
Seine einzige Aufgabe ist es, den Smiley zum Lächeln zu bringen.
Literaturliste:
Boucsein, W. (1988)
Elektrodermale Aktivität. Grundlagen, Methoden und Anwendungen. Berlin, Heidelberg, New York: Springer.
Bruns Timon u. Praun Nina (2002)
Biofeeback, Ein Handbuch für die therapeutische Praxis
Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN 3-525-46160-7
Flor, H. u. Hermanns,C. (1992)
Psychophysiologische Verfahren in der Behandlung chronischer Schmerzsyndrome. In Geissner, E., Jungnitsch, G. (Hg.), Psychologie des Schmerzes, Weinheim
Fowles et al. (1981)
Publication Recommendations for Electrodermal Measurements. Psychophysiology 18, S. 232-239
Kröner-Herwig, B. u. Sachse, R. (1988)
Biofeedbacktherapie. Klinische Studien – Anwendungen in der Praxis. 2. Aufl., Stuttgart
Rief, W. u. Birbaumer,N. (2000)
Biofeedback – Therapie
Schattauer Verlag, ISBN: 3-7945-1968-X
Schandry
Lehrbuch Psychophysiologie
Beltz Verlag, 1998 ISBN 3-621-27416-2
Schuster, Sabine (2007)
Die Entscheidung zur Psychotherapie
PsychosozialVerlag, ISBN-13: 9783898065924
Vaitl,D. (1993)
Biofeedback. In:Vaitl,D.;Petermann,F. (Hg.), Handbuch der Entspannungsverfahren.Band1: Grundlagen und Methoden.Weinheim, S.272-315
Venables u. Christie (1973)
Mechanisms, instrumentation, recording techniques and quantification of response. In W.F.Prokasy & D.C.Raskin, Electrodermal Activity in Psychological Research (pp. 1-124). New York: Academic Press
Zeier, H. (1997)
Biofeedback: Physiologische Grundlagen – Anwendung in der Psychotherapie. 2. Aufl., Hans Huber Verlag, ISBN 3- 456-82918-3